Motorsport im Blut: Jetski-Fahrer Julian Düx im Interview

Mit mächtig PS über das Wasser brettern: Für Julian Düx (21) ist das eine sportliche Leidenschaft, die ihm so schnell keiner nehmen kann. Der gelernte Anlagenmechaniker fährt seit knapp neun Jahren Jetski, gewann zwischen 2013 und 2014 zwei Titel in den Niederlanden, einen belgischen Meistertitel, den Benelux-Meistertitel und krönte seine Karriere mit dem Gewinn der Europameisterschaft im Jahr 2015. Sponetz.de hat mit dem Motorsportler gesprochen und festgestellt: Er liebt den Adrenalinkick.

Sponetz: Du fährst seit neun Jahren erfolgreich Jetski. Gab es im Vorfeld noch eine andere Sportart die dich fasziniert hat?

Julian: Ja, die gab es tatsächlich. Ich fahre seit meinem vierten Lebensjahr Motorcross. Das hat mich perfekt auf meine Jetski-Karriere vorbereitet.

Sponetz: Inwiefern?

Julian: Es gibt viele Elemente die sich sehr ähneln. Das Springen, die Sitzposition, die Beanspruchung der Muskelgruppen. Die früh gelernten Motorcross-Elemente haben mir sehr geholfen.

Sponetz: Nun ist Jetski alles andere als eine alltägliche Beschäftigung. Hat die Entscheidung diese Sportart zu betreiben familiäre Hintergründe?

Julian: Auf jeden Fall hat der Einstieg einen familiären Hintergrund. Mein Vater hat mit dem Jetski fahren schon vor meiner Geburt begonnen. Das wurde mir praktisch in die Wiege gelegt. Alltäglich ist der Sport nicht, dass stimmt, zumindest in Deutschland. Wenn man einen Blick auf andere Länder wirft, Frankreich beispielsweise, sieht man, dass er dort viel verbreiteter ist und mehr Popularität genießt.

Vollgas: Julian Düx während eines Rennens

Sponetz: Woran könnte das liegen?

Julian: Größtenteils liegt es daran, dass es in Deutschland nicht so viele Möglichkeiten zum Fahren gibt. Ein Grund ist aber auch die fehlende Identifikation. Es existieren im Vergleich zu anderen Motorsportarten nicht so viele deutsche Vorbilder, die dem Jetski-Sport ein Gesicht verleihen, wie es beispielsweise bei Michael Schuhmacher in der Formel 1 der Fall war. Darüber hinaus ist auch der Aufwand sehr groß, weil man mehr braucht, als ein paar Sportklamotten, um teilnehmen zu können. Da ist der Einstieg in den Sport alles andere als einfach.

Sponetz: Apropos Einstieg: Motorsport ist generell ein teures Vergnügen. Gilt das auch für Jetski?

Julian: Konkrete Zahlen kann ich jetzt nicht nennen, aber klar, der Sport ist aus finanzieller Hinsicht kein Schnäppchen. Man muss über die Jahre schon einiges an Geld investieren, aber im Vergleich zu anderen Motorsportarten, ist es noch eine „günstige“ Alternative.

Sponetz: Gibt es keine Sponsoren, die einige Kosten übernehmen? Gerade bei erfahrenen Fahrern wie Dir?

Julian: Doch, die gibt es, aber als Einsteiger kommt man natürlich nicht so leicht an welche heran. Insgesamt hat sich auf dem Markt in den letzten Jahren dennoch einiges getan. Ich persönlich habe Sponsoren, die ein paar Spesen übernehmen, ein Plus-Geschäft ist es für mich aber nicht.

Sponetz: Nun ist Jetski auch immer mit einer gewissen Verletzungsgefahr verbunden. Hemmt das einen manchmal, oder ist gehört das zum „Berufsrisiko“?

Julian: Das Unfallrisiko ist genauso groß, wie bei jedem anderen Motorsport auch. Als leidenschaftlicher Fahrer muss man damit leben und umgehen können. Ich hatte bisher immer Glück und nie eine schwerwiegende Verletzung davongetragen. Vielleicht ein paar Prellungen, aber die kann man sich ja auch in anderen Sportarten zuziehen. Wichtig sind aber definitiv die richtigen Vorkehrungen und eine ausreichende Schutzkleidung. Also Helm, Schwimmweste, Rücken- und Bein-Protektoren. Eben alles was dazugehört.

Sponetz: Wann wird man dich wieder in voller Montur sehen? Was ist in nächster Zeit geplant?

Julian: Eniges! Beispielsweise die belgische Meisterschaft und natürlich die Europameisterschaft im Juli in Österreich. Grandios wäre auch die Teilnahme an der Weltmeisterschaft im Dezember in Thailand, aber bis dahin ist es noch ein langer Weg.

Sponetz: Und wenn man dich mal im Inland besuchen möchte?

Julian: Das ist auch möglich. Beispielsweise in Lorch vom 15. bis zum 16. Juli. Da ist natürlich jeder herzlich eingeladen und kann zuschauen. Je mehr, desto besser.

Sponetz: Wir kommen darauf zurück. Vielen Dank für Deine Zeit!

 

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